Kompakt

Das amüsante Buch besticht durch den schwarzen Humor, den der Autor treffend zu setzen weiß. Und wer Fan von Umsetzungen des Todes als Charakter in Büchern hat, muss hier sowieso zugreifen – der Spaßfaktor ist garantiert.

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Niedlich_Der Tod und andere
Autor Sebastian Niedlich
Verlag dotbooks
Erschienen März 2014
ISBN 978-3-95520-450-1
Seitenanzahl ca. 372 Seiten

Inhalt

Mit sieben Jahren begegnet Martin am Sterbebett seiner Oma einem ungewöhnlichen neuen Freund: dem Tod. Erfreut darüber, dass ihn endlich mal jemand sehen kann, sucht der Tod, der sich selbst Thanatos nennt, immer wieder die Gesellschaft des heranwachsenden Jungen. Martin bleibt auf Dauer nichts anderes übrig, als sich mit dem Thema Tod und seinem Freund genauer auseinanderzusetzen, vor allem als er erkennt, dass Thanatos nicht ganz uneigennützig seine Zeit mit ihm verbringt …

Stil und Charaktere

Sebastian Niedlich ist mit diesem Roman ein wirklich herrliches Stück schwarzer Humor gelungen. Auf unterhaltsame Weise setzt er sich mit dem Thema Tod auseinander und ringt selbst dramatischen Szenen noch einen Funken Witz ab.

Bereits der Einstieg in den Roman ist direkt, und dank des Ich-Erzählers Martin gelingt es dem Leser rasch, in die Handlung zu finden. Martin ist ein anfangs Siebenjähriger, dessen Betrachtungsweise noch sehr rudimentär ist. Da er aber rückblickend von seinen Erfahrungen schreibt, kann er Andeutungen machen, reflektieren, was er damals dachte, und sich mit seiner Persönlichkeit auseinandersetzen.

Natürlich fiebert man als Leser der Figur des Todes entgegen, die auf dem Cover schon so nett vorgestellt wird. Und Niedlich versteht es, die Erwartungen nicht zu enttäuschen. Thanatos ist ein interessanter Charakter, der durch seine trockene Art für eine ganz eigene Art von Humor sorgt. Seine Sicht auf die Menschen und ihr Verhalten ist sehr spannend geschildert und führt dazu, dass man als Leser manchmal sogar innehält und sich selbst Fragen stellt.

Die Nebenfiguren bleiben aufgrund der starken Hauptcharaktere ein wenig blass, was das Leseerlebnis ein klein wenig trübt. Nichtsdestotrotz brillieren Martin und Thanatos als wichtigste Personen durch das Buch hindurch, so dass es schwer fällt, es nach der Lektüre auf die Seite zu legen.

Die humorvollen Einlagen und die zeitgenössischen Anspielungen, die vor allem Kinder der 1980er Jahre sehr amüsieren dürften, können zu spontanem Grinsen und Lachanfällen führen.

Am Ende bleibt nur noch die Hoffnung, dass das nicht das letzte Buch von Sebastian Niedlich bleiben wird, denn wenn das nächste noch einen kleinen Tick besser wird, wird man gar nicht mehr an der Lektüre seiner Bücher vorbeikommen.

Aufmachung

Das Buch lag als eBook vor.

Ähnliche Titel

„Shit happens“ von Ralph Ruthe; „Nicht lustig“ von Joscha Sauer; Romane von Terry Pratchett

Herzlichen Dank an den dotbooks-Verlag und an Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar.

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