Rona Cole ist die Autorin von „Koch zum Frühstück“, einer Liebesgeschichte aus dem Cursed Side-Verlag. (Foto: Copyright Rona Cole)

Wie sind Sie auf das Genre GayRomance gekommen?

Eigentlich komme ich aus dem Fanfiktion-Bereich. Ich verfolgte damals die schwule Storyline von „Alles was zählt“, die zunächst ja kein Happy End hatte und stieß dabei über Youtube und die Videos dazu auf ein Forum (die Faghags), in dem es Stories mit alternativen Enden gab. Es war ein eher familiäres Board, mit nicht allzu vielen Geschichten. Als ich alle durch hatte, bin ich auf Fanfiktion.de gestossen und dort dann, in Ermangelung eines wirklich großen „Alles-was-zählt“-Bereiches, ziemlich schnell bei den freien Arbeiten hängen geblieben… Parallel fing ich bei den Faghags an, selbst eine Fanfiktion zu schreiben.

In dieser Story blendete ich die Erotik-Szenen noch aus, weil das dort am Board allgemein so üblich war. Ich schrieb sie eigentlich, weil ich sie selbst auf Fanfiktion von einigen Autorinnen gerne las, editierte sie aber vor dem Hochladen dann wieder. Irgendwann wollte ich einfach ausprobieren, wie die Resonanz auf eine erotische Szene denn sein würde, aber bei den Faghags traute ich mich nicht. Also schrieb ich eine und lud sie unter meinem heutigen Nick bei Fanfiktion.de hoch. Dass daraus eine komplette Online-Story werden würde, war eigentlich, genau wie diese Sache mit dem Roman, nicht wirklich geplant.

Wie organisieren Sie Ihren Tag, um Ihre Autorenkarriere mit Ihrem restlichen Leben zu verbinden?

Momentan ist es schwierig, Zeit zum Schreiben zu finden, also tue ich es de facto auch nicht wirklich. Nach der Geburt meines Sohnes im April habe ich im Juli wieder angefangen zu arbeiten. Meine „Autorenkarriere“ muss also hintenan stehen. Wobei beides große Worte sind und ich bei einem einzigen Buch jetzt auch nicht wirklich von einer „Karriere“ sprechen würde. Ich glaube, der Begriff, der in meinem Fall passender wäre, ist eher „stranges Hobby“.

Wie sind Sie auf die Idee zu „Koch zum Frühstück“ gekommen? Was war zuerst da – der Plot oder die Charaktere?

Wenn ich mich richtig erinnere, war David zuerst da. Er und sein Job. Ich dachte, es wäre nett, einen Kerl zu schreiben, der einfach ein bisschen irre und auch sonst nicht sonderlich sympathisch ist. Dafür aber sehr perfektionistisch und erfolgreich in dem, was er jeden Tag tut.

Koch schien mir da, entsprechend des Klischees, dankbar zu sein, einen Chirurgen hatte ich ja leider schon mal… Kurz danach kam dann der Running-Gag mit den Kaninchen… und dann kam Flo, der komischerweise derjenige war, von dem ich sofort wusste, wie er aussieht… tja, und ein Kind wollte ich erst gar nicht dabei haben… im Grunde nervt es mich eher, Kinder zu schreiben, auch wenn sie sich am Ende meist als ganz niedlich entpuppen…

Wie viel mussten Sie recherchieren, um die wunderbaren Gerichte beschreiben zu können, die David serviert und kocht?

Nicht mehr als für meine anderen Stories. Aber ich recherchiere wohl generell eher viel, weil ich immer finde, dass alles, was man seinen Lesern vorsetzt, mindestens Google überstehen muss. Meist nutze ich dazu das Internet. Bei „Koch zum Frühstück“ habe ich viel gegoogelt, mir Foodblogs, ein entsprechendes Forum, in dem sich auch gelernte Köche rumtreiben, und dazu Seiten von entsprechenden Restaurants angesehen. Für eine der Szenen hab’ ich sogar die alte Karte meines Hochzeitsmenues vorgekramt. Die Abfolge der Gerichte musste ja den klassischen Regeln entsprechen und es musste zusammenpassen, was Monsieur da als ein Menue auf den Zettel schreibt. Insgesamt finde ich Recherche aber immer sehr interessant und manchmal entdeckt man so neue Dinge für sich.

In der Theorie bin ich also mittlerweile vermutlich gar nicht mehr so schlecht, was Kochen angeht…praktisch kann ich es allerdings immer noch nicht… auch wenn mein Mann das „Recherche-Menue“, das ich ihm Silvester vorgesetzt habe, glücklicherweise überlebt hat. (Da ich im Durchführen wiederbelebender Maßnahmen deutlich besser bin als im Kochen, dachte ich, ich könne das riskieren… 😉 …) Ich glaube, die Morchelrahmsoße war gar nicht mal so übel…

Sie haben bereits Ihre erste Signierstunde hinter sich. Wie hat es Ihnen gefallen und wie gestaltet sich der Kontakt zu Ihren Lesern?

Die meisten Leser-Kontakte finden virtuell statt, entweder per Mail oder bei Facebook. Ich versuche, alle Mails und Kommentare zu beantworten, aber manchmal schaffe ich es zeitlich im Moment leider nicht.

Die Bücher auf der Connichi zu signieren war zunächst ziemlich ungewohnt. Aber nachdem sich meine Befürchtung, dass ich da einsam am Tisch sitze und niemand kommt, glücklicherweise nicht bestätigt hat, war es eine aufregende, sehr interessante und auch schöne Erfahrung, ein paar meiner Leser zu treffen. Auch wenn ich mich an die Sache, Fans zu haben, wohl trotzdem noch ein bisschen gewöhnen muss.

Wie reagiert Ihr Umfeld auf das Genre Ihres Romans?

Gelassen. Ich habe ein offenes Umfeld, in dem eigentlich alle, die wissen, dass ich schreibe auch Bescheid wissen, was ich schreibe. Diejenigen, die es nicht wissen, wüssten auch nichts davon, wenn ich ein anderes Genre schreiben würde.

Was lesen Sie zur Zeit oder haben Sie Hobbies, die Sie mit Beschlag belegen?

Ich lese vermutlich deutlich weniger, als man Menschen, die selbst schreiben, landläufig unterstellt.
Momentan liegt „A strong hand“ von Catt Ford auf meinem Nachttisch. Außerdem ein Jugendbuch, das ich neulich vom Wühltisch mitgenommen habe, weil es sich vielleicht zur Recherche eignen könnte und dann liegt da noch „Hüftkreisen mit Nancy“ von Stefan Schwarz. Das habe ich allerdings noch nicht angefangen.

Was wird Ihre Fans in Ihrem nächsten Projekt erwarten?

Welches Projekt? Das klingt, als wüssten sie da mehr als ich… 😉

Nein, im Ernst, es gibt ein paar Ideen und vielleicht wird irgendwann was draus. Man soll ja bekanntlich niemals nie sagen, aber ich kann’s nicht versprechen.

Möchten Sie Ihren Lesern noch etwas mitteilen?

Ich möchte mich bei all denjenigen bedanken, die mir Feedback auf Fanfiktion dagelassen haben, denn wenn niemand meine Stories dort gelesen hätte, wäre Cursed Side nie auf mich aufmerksam geworden und es gäbe mein Buch nicht. Und außerdem natürlich bei allen, die es gekauft haben. Ich hoffe, ihr hattet Spaß daran, es zu lesen und es hat jedem von euch da draußen gefallen.

Vielen Dank für das Interview und alle Gute weiterhin!

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