Kompakt

Der spannende Kriminalfall begeistert durch die historische Genauigkeit und den mitreißenden Schreibstil, der bis zur letzten Seite fesselt. Sherlock Holmes‘ Charakter wurde genauso treffend dargestellt wie der von Watson – und selbst die Geschichte um den Eberswalder Goldschatz reißt mit.

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Autor Wolfgang Schüler
Verlag KBV Verlag
Erschienen März 2012
ISBN 978-3-942446-46-4
Seitenanzahl 288 Seiten

Inhalt

London, 1913. Dr. Watson erhält gemeinsam mit Sherlock Holmes, der inzwischen in Rente ist, von dessen Bruder Mycroft die Einladung nach Berlin, wo sie zu zweit Mycroft den Rücken freihalten sollen. Dieser soll den Abschluss eines Marinepaktes zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien verhindern. Als sie in Berlin ankommen, lernen sie hochrangige Persönlichkeiten kennen, zu denen auch Dr. Schuchardt, der Direktor der Vorgeschichtlichen Abteilung der Königlichen Museen, gehört. In seinem Museum soll der Eberswalder Goldschatz ausgestellt werden. Doch bevor es dazu kommt, wird der Goldschatz gestohlen und Schuchardt wendet sich hilfesuchend an Holmes und Watson, die sich sofort auf die Suche machen.

Stil und Charaktere

Wolfgang Schüler hat präzise recherchiert, um das neueste Abenteuer von Sherlock Holmes in Deutschland in Szene zu setzen. Die Stadt Berlin im Jahr 1913 bietet einen ausgefallenen Schauplatz. Die Straßen und Plätze werden so beschrieben, dass man sich den Grundriss sehr gut vorstellen kann. Die Reise von Watson, Holmes und Mycroft ist bereits mit kleinen Höhepunkten versehen, so dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Dazwischen befinden sich grau hinterlegte Abschnitte, in denen die Geschichte des Eberswalder Goldschatzes erzählt wird. Die Hände, durch die er geht, erhalten ein Gesicht und individuelle Züge.

Nach der Ankunft in Berlin begegnen Watson und Holmes einigen schrägen Charakteren, die unter anderem einen einwandfreien Berliner Dialekt besitzen. Von den höchsten Kreisen bis hinab in die Gosse sind sie unterwegs. Amüsante Episoden zeigen außerdem, dass Watson sich eines außergewöhnlich guten Hintergrundwissens bezüglich Literatur befleißigt, denn er liest „Nils Holgersson“ (S. 105) und zieht Vergleiche zu Dr. Jekyll und Mr. Hyde sowie Gulliver’s Reisen. Witzigerweise versteht er nach wie vor manche Aussagen von Holmes nicht: „Ich argwöhnte, Holmes habe heimlich aus seiner Kokaindose geschnupft und hielt deshalb lieber den Mund.“ (S. 108)

Meist wird die Geschichte aus Watsons Sicht erzählt, wie auch Sir Arthur Conan Doyle seine Romane schrieb. Zwischendurch jedoch wechselt die Perspektive zu anderen Beteiligten – angefangen bei den historischen Figuren, die den Goldschatz besaßen, bis hin zum Gegner von Holmes und Watson. Da die Handlung „aus den Aufzeichnungen von Dr. Watson“ (S. 9) stammt, besitzt er einen allwissenden Standpunkt, der sich zwischendurch immer wieder verrät: „Ich versprach es ihm leichten Herzens, denn ich glaubte nicht an die Möglichkeit einer Wiederholung. Ich sollte mich irren. Aber das ist eine andere Geschichte.“ (S. 286)

Leider sind die Anmerkungen, die in den einzelnen Kapiteln durch Fußnoten angebracht werden, am Ende der Kapitel zu finden, nicht am Seitenende oder gesammelt an einem Platz, so dass das Nachblättern ein wenig mühsam ist. Meist sind die Erklärungen für den Fortschritt der Geschichte aber nicht zwingend notwendig, so dass das Nachschlagen auch ausgesetzt werden kann.

Aufmachung

Das Taschenbuch wurde an die Sherlock Holmes-Reihe des KBV Verlags angepasst, da der Schriftzug „Sherlock Holmes“ und das Konterfeit des Meisterdetektivs über einem Straßenzug von Berlin angebracht wurde. Die Rückseite zeigt eine ausführliche Inhaltsangabe. Die Geschichte wird in zehn Kapitel unterteilt, die sich zudem noch in mehrere Unterüberschriften unterteilen. Ein Epilog beschließt das Buch.

Reihenfolge

1. Sherlock Holmes in Leipzig

Ähnliche Titel

Romane von Franziska Franke; Romane von Sir Arthur Conan Doyle; Detektiv Conan (Manga); Holmes (Manga)

Herzlichen Dank an den KBV-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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