Buehring_2014Anne Bühring ist mit ihrem „Campus Food“ ein tolles Kochbuch gelungen, das zum Nachkochen auch für den kleinen Geldbeutel einlädt. Für Lazy Literature hat sie sich Zeit genommen, ein paar Fragen zu beantworten, die sich – natürlich – unter anderem um ihr schönes Buch drehen. (Foto: Copyright Kurt-Michael Westermann)

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben.
Wie sind Sie ursprünglich auf die Idee gekommen, ein Buch namens „Campus Food“ zu schreiben?

Bereits 2013 ist mein erstes Buch im Bereich Vegan erschienen. In „Vegan Kochen mit Soja“ findet der Leser über 200 Rezepte und einen umfassenden Theorieteil mit wichtigen Informationen rund um die vegane Ernährung, auf welche Vitalstoffe und Vitamine besonders geachtet werden sollte, und umfassende Tabellen mit Lebensmitteln, die die Versorgung sichern. Natürlich auch das Thema Übersäuerung und Eiweißversorgung. Im Gespräch mit Freunden, Käufern und meiner Agentin kam immer wieder der Aspekt, dass besonders junge Menschen – aus lebensanschaulichen Gründen oder weil sie einfach den schlechten Umgang mit den Tieren satt haben – sich zur veganen Ernährungsweise hingezogen fühlen. So entstand die Idee, ein veganes Kochbuch für die junge Zielgruppe zu entwickeln. Und der Titel „Campus Food“ entstand, weil besonders die Studenten diese Ernährungsform mehr und mehr annehmen.

Wie hat sich das Ausprobieren der Rezepte gestaltet, Hatten Sie sehr viel Spaß dabei?

Da „Campus Food“ bereits mein zweites veganes Kochbuch ist, habe ich diesmal nicht ganz so viele „Ersterfahrungen“ gemacht und wusste schon mit den speziellen Anforderungen an Kochen ohne tierisches umzugehen. Und natürlich ist es immer sehr spannend, neue Ideen in echte Rezepte umzusetzen. Es macht einfach Spaß, Neues auszuprobieren, wie z.B. das Arbeiten mit Grünteepulver kennen zu lernen. Ich finde die Beeren-Matcha-Torte ist einfach optimal geglückt und gleich beim ersten Mal, das hat mich total gefreut! Ein anderes Beispiel ist die schnelle Pilzbolognese: Aus dem Gedanken heraus, dass das Sojagranulat beim Schmoren Flüssigkeit braucht, kam die Idee, dass man sich ja dann das Einweichen sparen kann, und somit Zeit und Arbeitsschritte. Das Ergebnis ist oberlecker, schnell und so für die Studenten noch leichter umsetzbar.

Das Fotografieren von Gerichten für Kochbücher ist immer eine Sache für sich. Wie hat sich da die Zusammenarbeit mit Herrn Westermann gestaltet, mit dem Sie schon bei „Vegan kochen mit Soja“ zusammengearbeitet haben?

Das Fotografieren der Gerichte haben wir bei mir Zuhause gemacht und bereits beim „Vegan Kochen mit Soja“ konnte ich den Fotografen Kurt-Michael Westermann gut kennenlernen. Es ist schon eine große Herausforderung, die Gerichte so zu kochen, dass sie im Bild richtig appetitlich und lecker aussehen und dabei ganz authentisch zu bleiben. Denn alles, was ich für die Fotos gekocht habe, war gleich essbar und lecker abgeschmeckt.

Der erste Tester war der Fotograf: Nach dem Foto den Teller mit dem Gericht aus der Kamera nehmen, in die Küche tragen und gleich kosten. So ging es bei jedem Gericht. Familie und Freunde bekamen in der Zeit der Fotoproduktion mit Dosen und Gefäßen und freuten sich, dass sie so viel zu essen bekamen. Es blieben keine Reste. Das Endfoto war immer eine Entwicklung. Aus den vielen Requisiten, die ich zum Teil zusammengesammelt oder ausgeliehen hatte und die diesmal in zwei Räumen standen, suchten wir das passende gemeinsam aus. Das Kapitelthema im Kopf ergibt sich dann das ganze Bild mit Fokus auf das Essen. Es war eine immer sehr angenehme und rücksichtsvolle Zusammenarbeit, die ich gern noch einmal fortführen würde. Sehr anstrengend, und aufregend zugleich.

Nach Ihrem letzten Kochbuch saßen Sie schon am nächsten. Ist denn schon ein weiterer Titel in Planung oder wie sehen Ihre derzeitigen Pläne aus?

Schon während der Produktion hatten wir tolle Ideen, und ich hoffe, dass sich das umsetzt. Direkt nach dem Erscheinen von „Campus Food“ entstand natürlich erstmal eine Pause. Jetzt „gehe ich schwanger“ mit der neuen Idee: Süß soll’s werden und natürlich wieder vegan.

Sie bieten auch Seminare an, die sich um diverse Themen drehen. Welches davon ist denn Ihr Lieblingsthema, von dem Sie nicht genug bekommen können?

In meinen Vorträgen, der Präventionsarbeit und individuellen Ernährungsberatung geht es natürlich um das Wunderwerk Mensch. Den Menschen ihren Körper und Stoffwechsel so zu erklären, dass sie sich verstehen, sehe ich als meine Aufgabe. Dabei wähle ich für meine Erwachsenen eine Kindersprache: Bei mir sprechen die Organe miteinander und der Körper ist für mich wie ein Haus: In dem lebe ich, ich mache es sauber, manchmal muss ich neuen Fußboden auslegen und jeden Tag das Bad säubern. Dies können wir ganz einfach auf unseren Körper übertragen: Wir sollten ihn pflegen und nett zu ihm sein – ihn nicht als selbstverständlich nehmen.

Das faszinierendste Organ ist für mich der Darm: Kommt er in Ordnung, so kommen auch alle anderen Dinge in Ordnung. Die heutige Lebensweise, der Stress, die industriellen Nahrungsmittel – voll gestopft mit Farb- und Aromastoffen oder Geschmacksverstärkern – die falsche Nahrungsauswahl, zu wenig Bewegung und reichlich Medikamenteneinnahme sind nur einige Beispiele dafür, was uns krank macht. An einem Buch zu diesem Thema arbeite ich bereits.

Vegane Kochbücher gibt es gerade immer mehr. Studieren Sie auch die Veröffentlichungen auf dem Markt und gibt es dabei neben Ihrem eigenen Buch einen Favoriten, den Sie den Lesern empfehlen würden?

Vegan ist natürlich noch immer der Trend und es erscheinen viele neue und gute Bücher. Die Idee „vegan und roh“ fand ich besonders gut.

Sie bieten auf Ihrer Seite eine Vitalstoffmessung an. Was dürfen sich die Leser darunter vorstellen?

Die Vitalstoffmessung führe ich mit dem Prognos Meridian-Diagnosesystem durch. Dabei wird an den Fingern und Zehen an den Anfangs- und Endpunkten der Meridiane mittels eines speziellen Messstiftes der Hautwiderstand gemessen. Auf diese Weise zeigt sich völlig schmerzfrei und in Minutenschnelle welche Schwachpunkte vorliegen, ob es beispielsweise speziellen Bedarf an Vitaminen oder Fettsäuren gibt. Auch ob eine Schwermetallbelastung vorhanden ist zeigt der Test und auch, ob der Organismus entgiften kann und wenn ja, mittels welcher Unterstützung. Ganz besonders hilfreich und erfolgreich ist diese Methode, um Nahrungsmittelunverträglichkeiten auszumessen.

Besonders bei einer Gewichtsproblematik zeigt sich häufig eine Unverträglichkeit, die der Gewichtsreduktion entgegen steht. Hat der Mensch bspw. einen Mangel an Vitamin B12, so ist der Stoffwechsel im Sparmodus: Das Gewicht stagniert und statt Frohsinn herrscht Depression. Mit denen sich aus der Messung ergebende Maßnahmen ist schnell positive Unterstützung und Veränderung möglich.

Möchten Sie den Lesern noch etwas mitteilen?

Den Lesern würde ich gern mein Lebensmotto mit auf den Weg geben: „Alles muss Spaß machen und schmecken“, denn nur so können wir es ein Leben lang machen. Und dass es nicht eine Ernährungsart für alle Menschen gibt, denn jeder ist individuell sehr verschieden. Achten Sie auf Ihre innere Stimme, halten Sie inne und entschleunigen Sie Ihr Leben so gut wie möglich.

Vielen Dank für das Interview.

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