Interview mit Hans Dieter Stöver (2012)
Hans Dieter Stöver hat sich einen Namen mit historischen Romanen gemacht, die vor allem in Rom spielen. Ewige Klassiker sind unter anderem seine „Quintus“-Trilogie, die sich nach wie vor als Schullektüre eignet. (Foto: Copyright Hans Dieter Stöver) Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben. Gerne. Ursprünglich wollten Sie Musiker werden und wurden Grafiker. Wie kamen Sie zum Schreiben? Inwiefern spielen, da Sie z.B. ein Musikstudio besitzen, Musik und Grafik für Sie noch eine Rolle in Ihrem Leben? Da muss ich etwas ausholen… In meiner Jugend war es ein Problem, beide Talente (musikalisches und künstlerisches Gestalten) gegeneinander abzuwägen. Mein Musiklehrer entdeckte meine musikalische Begabung – ich war elf – und gab mir privat Geigenunterricht. Schon nach kurzer Zeit spielte ich Werke der klassischen Literatur (von Bach, Händel, Vivaldi, Beethoven…) und begann auch mit kleinen eigenen Kompositionen. Zugleich wurde eifrig gezeichnet und gemalt. Mit Beginn der Pubertät verschlechterten sich meine schulischen Leistungen. Für meine Mutter (sie war Witwe) kam eine Wiederholung der Obersekunda (heute 11. Klasse) nicht in Frage. Mein Musiklehrer, der auch mein Kunstlehrer war, schlug vor, mich an den „Kölner Werkschulen“ zur Aufnahmeprüfung zu melden, die ich natürlich bestand. Schon kurze Zeit später – ich war 18 – nahm ich mir in Köln ein Zimmer. Ich finanzierte mein Leben als Bassist in einer Kölner Jazzband. Die Einberufung zum Militärdienst beendete diesen Lebensabschnitt. Ich verpflichtete mich für drei Jahre, da man mir Hoffnungen machte, mit der „Mittleren Reife“ könne ich Offizier werden. Das stellte sich als falsch heraus. Längst hatte ich den festen Vorsatz, das Abitur nachzuholen und bereitete mich intensiv darauf vor. Nach bestandener Prüfung studierte ich an der Pädagogischen Hochschule Bonn und kam anschließend in den Schuldienst von Nordrhein-Westfalen. […]